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Der madyrische Adel konnte sich nicht für die sozialen Reformen von Kaiser Josef II. erwärmen, die Verzicht auf Vorrechte, Annerkennung der Menschenwürde des Bauern und seines Rechts auf Freiheit und Freizügigkeit zur Vorraussetzung hatten. Als glühender Verfechter aufklärerischen Gedankengutes wollte der Kaiser unter Einbeziehung Ungarns den einheitlichen Gesamtstaat verwirklichen. Auf den größten Widerstand stieß er beim Erlass der Sprachverordnung 1784, worin er in Ungarn die lateinische und ungarische Amtssprache mit der im übrigen Reichsgebiet gültigen deutschen Amtssprache ersetzte. Der Widerstand der madyarischen Stände gegen die Verordnung war der Ausgang einer nationalen Bewegung des Madyarentums , die einerseits m Bestreben nach Umvolkung sämtlicher Volksgruppen andererseits in der Loslösung Ungarns von Österreich ihren Niederschlag fand. Es liegt in der Natur der Sache, wenn in einer Zeit, die davon überzeugt war, "dass sich eine Verbesserung des Menschengeschlechts oder einer Nation in wenigen Jahrzehnten vollbringen lasse", in madyarischen Kreisen die Absicht aufkam, die Schule für ihre eigenen Zwecke in Anspruch zu nehmen. Um die Schule und um die Erhaltung des Unterrichts in der Muttersprache tobte der Volkstumskampf im 19. und in unserem 20. Jahrhundert. Durch
die Eingliederung in den ungarischen Staatsverband ist das vor 1778
eigenständige Schulverwaltungsgebiet Banat in die ungarische Verwaltungshoheit
übergeleitet worden. Die Pfarrer wurden die Direktoren der Volksschulen. Die
ungarische Schulordnung "Ratio educaionis" (1777) sah das Erziehungswesen als
königlich ungarisches Hoheitsrecht an und sprach sich für dessen
Gleichförmigkeit im ganzen Land aus.
Die
Serben verlangte zur Wahrung ihrer Nationalität einen Wojwoden, die Rumänen
einen Capitan, die Slowaken einen Obergespann. Es kann uns nicht wundern, wenn
die Deutschendes Banates den gleichen Wunsch äußerten, sich unter den
unmittelbaren Schutz des Kaisers zu stellen und nach dem Vorbild der
Siebenbürger Sachsen als unmittelbares Oberhaupt einen deutschen Grafen in dem
Bittgesuch von 2. Oktober 1849 wünschten. Die Petition verlangte Gerechtigkeit mit den übrigen Nationen für "den deutschen Volksstamm, welcher im ganzen Ungarlande zerstreut Millionen zählet" und findet es unerträglich, wenn dieser Stamm, "der großen deutschen Nation stammesverwandt", bloß als eine schutzlose Waise im Hause einer anderen Nationalitäts-Fraktion betrachtet werde". "Denn Arbeit war unser Element, das Stückchen Feld, das wir bebauten, unsere Welt, das einzige Ziel, nach welchem wir gemeinschaftlich strebten, Fleißige Bauern und treugehorsame Untertanen zu sein". Der
erste politische Willensakt ging vom Banat aus, das sechs Jahrzehnte hindurch
unter dem Schutze der kaiserlichen Reichsordnung stand. Wegen der Umtriebe des
madyarischen Nationalismus sah es sich 1778-1848 in seiner volklichen Existenz
bedroht. Wieder unter dem Schutz der kaiserlichen Verwaltung 1849 - 1860 Unter dem Schutz der kaiserlichen Verwaltung wurde das in den letzten Jahrzehnten von der Komitatsverwaltung angefeindete deutsche Schulwesen weiter ausgebaut. Es ist dem Schulrat der Statthalterei, der Dechant Johann Heinrich Kümmer, der sich um dieses besondere Verdienste erwarb. Beitrag noch im Aufbau!!! Banat gerät wieder unter dem Druck des madyarischen Nationalismus Was wäre aus dem Banat erst geworden, wenn es in seiner gesunden Weiterentwicklung nicht abermals von den intoleranten nationalen Chauvinismus der Madyaren 1867-1918 aufgehalten worden wäre? Das Nationalitätengesetz von 1868 hat zwar bestimmt: dass die in größeren Massen zusammenlebenden Staatsbürger, welcher Nationalität auch immer, sich in der Nähe der von ihnen bewohnten Gegenden in ihrer Muttersprache bis zu dem Punkte ausbilden können, wo die höhere akademische Bildung beginnt, und dass die Gemeindevertretungen ihre Geschäftssprache frei wählen können. Doch ist diese Gesetz trotz wiederholter Forderung der Volksgruppe im Budapester Reichstag und in der Press von den ungarischen Behörden niemals verwirklicht worden. Die Verwaltungssprache war 1849-1860 wohl auch die deutsche, doch die Wiener Regierung hatte bewusst auf die Mitarbeit des Bodenständigen Deutschtums verzichtet. Das Bürgertum der Städte, das noch bis 1896 sich tapfer gegen die Anschläge auf sein Deutschtum zur Wehr setzte, sah sich durch die politische Entwicklung 1867 schutzlos und verraten. Ohne den Rückhalt im Bauerntum zu suchen war es das erste Opfer des madyarischen Nationalismus. Schlag auf Schlag versetzte die Regierungsbürokratie den Volksgruppen. Das deutsche Schulwesen wurde erdrosselt. Die katholische deutsche Lehrerbildungsanstalt von Werschetz wurde 1871 aufgelöst bzw. mit der madyarischen von Szegedin vereinigt. Damit war die Erziehung und Ausbildung der Volksschullehrer madyarisch geworden. Der Unterricht in der Muttersprache blieb nur noch auf den Volksschulen beschränkt. Die Verfechter des madyarischen Nationalstaatsgedankens setzten die Volksgruppen unter einen ungeheueren gesellschaftlichen Druck um ihre Ziele zu erreichen; neune Millionen ungarische Staatsbürger ihrem angestammten Volkstum zu entfremden und sie in Madyaren zu verwandeln. Die Slowaken, Serben und Rumänen Ungarns fanden im Kampf und ihr Volkstum in ihren Kirchen einen Schutz und Hort. Sie erhielten, von ihren Stammesgenossen in den Nachbarländern tatkräftige Unterstützung, und hielten an ihren Schulen mit zäher Beharrlichkeit fest. Ebenso die Siebenbürger Sachsen unter dem Schutze ihrer evangelischen Landeskirche. Das etwa 1,8 Millionen zählende Deutschtum in den übrigen Gebieten Ungarns (Banat, Sathmar, Batschka, Schwäbische Türkei, Ofner Gegend, Westungarn mit dem Burgenland, die Zips) schien dem madyarischen und das Deutschtum Syrmiens und Slavoniens dem kroatischen Nationalismus zum Opfer zu fallen. Beitrag noch in Aufbau!!! Anhand des Siegels der Gemeinde Birda, das im Jahre 1876 angefertigt wurde, kann man nachvollziehen, das auch unsere Gemeinde von dem Versuch der Madyarisierung nicht verschont blieb. Das Siegel wurde in ungarischer Sprache angefertigt. Als die
Madyarisierungswelle um 1890 ihren Höhepunkt erreichte, sammelte sich um den
konfezionellen Lutheraner K. E. Schmidt eine Gruppe deutschnational
eingestellter Studierender. Zu diesem Kreise gehörte auch der Birdaer Prediger
Julius Scholtes, sowie der Geistliche Schwalm aus Franzfeld der in
Pantschowa als Prediger tätig war. Außerdem gehörten diesem Kreis Prediger
Hildebrand aus Franzfeld und Dr. Dr. G. Daxer, der ab 1910
Theologieprofessor in Petersburg wurde, an. Auch der Senior des Petersburger
Deutschen Seniorates Johannes Scherer, der ein Franzfelder war und somit
auch aus dem Banat stammte, gehörte zu diesem Kreis.
Doch wäre es aus diesem kleinen Kreis von Geistlichen nicht möglich
gewesen, die Madyarisierung aufzuhalten, hätte die deutsche Bevölkerung sich
nicht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln der Madyarisierung
erfolgreich entgegengestemmt.
Seit der
freien Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland nach den Sturz des Diktators
N. Ceaucescu sind selbst Großgemeinden nicht vom Exitus verschont geblieben. In
vielen Gemeinden die einst nur von Deutschen bewohnt wurden, sind kaum noch
deutsche Einwohner zu finden. Die Romanisierung im Banat ist nicht mehr
aufzuhalten. In den nächster Zukunft werden dort keine deutschen Einwohner mehr
zu finden sein. Die wenigen Deutschen denen es nicht gelingt nach Deutschland
auszureisen, werden soweit es sich nicht um ältere Leute handelt, im rumänischen
Volkstum aufgehen.
Die Manipulation begann bereits in der Schule, wo der deutsche Name des Schülers
dem ungarischen weichen musste. Dies wurde in der Kirche fortgesetzt, wo bei
Ehepaaren und deren Nachwuchs nicht mehr der deutsche Namen im Vordergrund
stand, sondern der ungarische. So zog es sich durch Ämtern und Kanzleien. Es
ließ auch nicht lange auf sich warten, bis die Schulkinder in der Schule
anstelle von deutsch nun ungarisch lernen mussten.
So sehr sich der ungarische Staat auch bemühte, die ungarische Sprache ebenfalls
bei der Landbevölkerung durchzusetzen, ist es jedoch nie ganz gelungen die
deutsche Sprache zu verdrängen. Die deutsche Bevölkerung hielt an ihren Sitten
und Bräuchen genau wie an ihrer Muttersprache fest.
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